Yoga

Über YOGA

Nun gibt es sehr unterschiedliche Arten, Yoga zu praktizieren.
Für manche steht dabei der Körper mehr im Vordergrund, ein dynamisches und sportlich-
gymnastisches Yoga. Andere legen großen Wert auf die genau detaillierte Ausführung der Asanas und
meist wird auch mit der Atmung aktiv gearbeitet (das sog. Pranayama).
Auch gibt es Yoga-Formen, wo die Meditation und die Entspannung sehr wichtig ist.
Das derzeit bekannteste und auch beliebte ´´Power-Yoga´´ ist rein sportlich ausgerichtet und hat mit
dem Ursprung des Yogagedankens nur noch wenig zu tun, wobei auch dies für einige das richtige sein
mag.
So wird es für jeden eine passende Form geben, je nachdem, was man erreichen möchte. Ebenso sollte
auch die Beziehung zum Lehrer stimmig sein.
Ich persönlich lehne es ab, mich über meine Teilnehmer zu stellen; stattdessen lerne und entwickle ich
mich stetig weiter durch und v.a. mit ihnen. Auch bin ich nicht perfekt und das ist auch gar nicht
nötig. Wichtig allein ist, dass man in kleinen Schritten immer weiter vorangeht und niemals
vollkommen hängen bleibt.
Yoga ist ein immer fortwährender Weg, eine Lebensweise und in erster Linie Entwicklung.
Dieser Yoga nun, den ich unterrichte, hat vorwiegend Übungen aus dem Hatha-Yoga, welches der
Ursprung aller Yoga-Formen ist. Es ist ein ruhiges Yoga mit vielen Dehn- und Streckübungen,
Körperhaltungen und –bewegungen. Durch die Kombination aus Kraft und Konzentration kann sich
der Mensch als Ganzes weiterentwickeln, sowohl psychisch als auch physisch. Ich gründe mich in
meinem Unterricht auf den spirituellen Lehrer Heinz Grill, welcher u.a. die ´´Seelendimension des
Yoga´´ behandelt und auch diverse Bücher zum Thema veröffentlicht hat. Hierbei liegt nun der
Schwerpunkt auf der Entwicklung der Seele,
die Seelenkräfte sind:
-das Denken
-das Fühlen
-der Wille
Durch und mit dem Körper entsteht ein Ausdruck des Gedankenlebens und indem man ihn ausformt
entsteht neues Bewusstsein.
Der Gedanke steht immer am Anfang, dieser verankert sich im Bewusstsein des Menschen und zeigt
sich schließlich am Körper, welcher somit nicht der Beginn sondern vielmehr das Ergebnis eines
Prozesses ist.
Ein sehr vereinfachtes Beispiel zum Verständnis:
Ein ängstlicher und unsicherer Mensch wird zumeist in seinem Erscheinungsbild und in seiner
Körperhaltung, ja in seiner ganzen Art eher gebückt, mit hängenden Schultern sich fortbewegen. Er
wird eher den Blick abwenden und sich möglichst unauffällig verhalten, etc…
Wenn dieser Mensch nun regelmäßige Übungen des Yoga praktiziert, so wird sich dies über den
Körper auch auf sein Innerstes auswirken, d.h. er wird irgendwann idealerweise auch sein Ich stärken
und sehr viel aufrechter durchs Leben gehen.
Genau dies möchte ich mit meinen Teilnehmern erreichen: eine stetige Weiterentwicklung im
individuellen Herzen!
Pranayama
Pranayama wird – im Gegensatz zu den meisten anderen Formen- in diesem Yoga nicht praktiziert.
Dies bezeichnet die Atemkontrolle, welche schließlich auch zu einer Energiekontrolle im menschlichen
Leibe führt. Es ist wohl eine außerordentlich kraftvolle Yogamethode, jedoch auch eine kritische. Die
Anwendung von Pranayama stellt immer einen Eingriff in den individuellen Willen dar, was viel zu
früh das in den vegetativen Nerven angelegte Grundgleichgewicht verändern würde.
Zwar liefert pranayama schnelle und gute Erfolge, jedoch wird fast immer etwas Wesentliches
übersehen:
´´…die Tatsache, dass jenes Bewusstseinsleben, das über den eigenen unterbewussten Willensregionen
existiert, zu einer unabhängigen und selbstständigen Entfaltung kommen müsste und erst von diesem
ausgehend der Atemprozess gelenkt werden dürfe.´´*
So also lassen wir in diesem Yoga den Atem vollkommen frei, er wird nicht ergriffen und genutzt, um
beispielsweise besser in eine Übung hineinzukommen o.ä.; er soll frei fließen und nicht vergessen
werden; so wird der Atem sich auf natürliche Weise individuell zeigen, z.B. beschleunigen oder
beruhigen, je nach Übung.
Wir manipulieren und dirigieren in diesem Yoga die Atemtätigkeit nicht.
´´Der Weg geschieht deshalb nicht vom Atem zur Bewusstheit, sondern von der Aktivierung der
Bewusstseinsprozesse rückwirkend auf natürliche Weise zum Atem.´´*
*( aus ´´Die Seelendimension des Yoga´´ von Heinz Grill)